Eine Sondierung brachte den Hinweis, dass an dieser Stelle ein bisher unbekanntes Gebäude unter der Erde lag. Nach Sichtung durch das Landesamt für Denkmalpflege übernahm deren Rottweiler Grabungsgruppe die Grabung. Dies erfolgte zunächst durch eine reguläre Maßnahme. Im Rahmen von sog. Prüfungsgrabungen (Abschluss einer Fortbildung für Grabungstechniker) wurde die Erkundung dann fortgesetzt.

Der Förderverein mit seinen ehrenamtlichen Helfern war an anderer Stelle weiterhin tätig (s. andere Beiträge).

 

2011

Spektakulär ist der Fund dieses Gebäudes, bei dem die im Verband umgestürzte Südseite im Waldboden erhalten geblieben ist. Sein Stellenwert ist noch gar nicht abzuschätzen. Es handelt sich um ein weit über Südwestdeutschland hinaus weisendes Beispiel zum Aussehen römischer Villenbauten. Der Befund ermöglicht daher eine abgesicherte Rekonstruktion des Gebäudes.

Aufgrund der freigelegten Mauern ging man von einer Größe 40 mal 20 m aus. Die talseitige Mauer war mit 1,60 m sehr mächtig. Die Längsmauern maßen 1,30 m, die der Nordseite 0,90 m. Diese Unterschiede sind wohl der Hanglage und dem damit verbundenen Hangdruck geschuldet. Auch die Höhe der Südmauer mit ca. 15 m (umgestürzte Giebelwand) erforderte ein entsprechend starkes Fundament. Die Nordwest-Ecke ist in einer Höhe von 1,40 m erhalten. Das Mauerwerk wurde sehr sorgfältig ausgeführt .

Ursache für den Einsturz ist vermutlich der instabile Untergrund (Knollenmergel). Ein Erdbeben als auslösendes Ereignis ist nur sehr schwer nachweisbar. Nach Grabungsende wurden die Abschnitte verfüllt, damit ist das Gebäude als Bodendenkmal dauerhaft geschützt.

 

2012 Text folgt

2013 Text folgt

2014 Text folgt

 

2015

Ziel war die Klärung der Situation im Innenraum des Gebäudes.

Aufgrund der Befunde kann man von einem hölzernen Unterbau im Inneren ausgehen. Weiterhin lagen der Rest eines Fenster mit einem bogenförmigen Abschluss sowie Konsolensteine und Abdeckplatten im Innenbereich. Die auffällige Konzentration der Dachziegel im unteren Bereich deutet darauf hin, dass die Nordwand beim Einsturz vermutlich noch weitgehend intakt gewesen ist.

Quelle: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2015, Konrad Theiss Verlag, 2016, S. 191 - 197

 

2016 Text folgt

 

 

Fotos

 2016 Gebaude M Tafel1kein Foto1 V2

Umgestürzte Giebelwand mit Fensterbögen

2016 Gebaude M Tafel1kein Foto2 V2

Nord-Süd-Schnitt, unten Giebelwand erkennbar

2016 Gebaude M Tafel2kein Foto1 V2

Nordwest-Eck

2016 Gebaude M Tafel2kein Foto2 V2

 Nordost-Eck

 

2016 Gebaude M Tafel1kein Rekonstruktion V2

Digitale Rekonstruktion (2015)