Nördliche Mauer

Die vom Eckturm abgehende Mauer wurde auf ca. 50 m bereits ergraben . Jetzt sollte die Nordost-Ecke lokalisiert werden. Hierzu wurde die Mauer auf rund 60 m in Richtung Osten durch eine Prospektion freigelegt. Die Mauerecke wurde im vermuteten Bereich  gefunden. 

Der Mauerverlauf bis dorthin zeichnet sich, wie das Foto zeigt, durch starke Verschiebungen und Verkippungen aus, was durch die bereits bekannte Problematik des Untergrundes (Knollenmergel) bedingt ist.

 

2016 Foto 04 995 69 FL 4382 BD 4379 AC PL 1 0055

 

Eckgebäude

An der Nordostecke kamen abgehende Mauern zum Vorschein. Sie können einem Eckgebäude zugeordnet werden, das offensichtlich erst nach der Erstellung der Mauer angefügt wurde, da die Gebäudemauern an die Nordmauer nur angesetzt und nicht mit ihr verbunden sind. Im Inneren deutet die gehäufte Zahl von Keramiken auf eine nicht näher beschreibbare Wohnnutzung hin.

 

Das Landesamt für Denkmalpflege fasst die Erkenntnisse wie folgt zusammen:

"Die Ausgrabung der nordöstlichen Ecke der bekannten Umfassungsmauer des Gutshofes ergab eine bis dahin nicht beobachtete Mehrphasigkeit der Einhegung. Nicht nur der im Eck stehende Turm wurde nachträglich hinzugefügt, sondern die gesamte seitliche Umfassungsmauer ist sekundär. Diese muss zuvor viel weiter östlich verlaufen sein. Wo genau, ist bisher völlig unbekannt. Auch hangaufwärts war die Anlage ursprünglich größer als das heutige Freilichtmuseum. Das belegen neu lokalisierte antike Trümmerstellen. Damit wird immer deutlicher: das Museumsgelände spiegelt trotz seiner immer noch beeindruckenden Ausdehnung lediglich eine späte, räumlich reduzierte Phase des Gutshofes wieder."

 Quelle => PDF-Datei 'Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2017' bei Archaeologie Online 

 

Hier ein Foto des konservierten Eckgebäudes:

 

2017 Eckgebaude WP 20180502 09 57 30 Pro

 

Rätselhafter Ziegelfund:

Bei einer Nachgrabung im Bereich der Grabung von 2010 wurden etliche komplett erhaltene Dachziegel gefunden. Dieser Erhaltungszustand ist sehr selten, da sonst nur Bruchstücke gefunden werden. Die Ziegel kamen direkt bei einer römischen Wasserrinne zum Vorschein, womit ein Zusammenhang mit dieser Rinne sehr wahrscheinlich ist. Vielleicht waren sie Teil eines Wasserbehälters.

2017 Dachziegelfund

 

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