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Entdeckung 1973

Auf der Suche nach einem mittelalterlichen Weiler entdeckte der Bürgermeister der Gemeinde Stein, Gerd Schollian, im Jahr 1973 im Wald "Tuffelbach" die ersten Mauern. Nach weiteren Sondagen wurde klar, dass es sich um die Reste eines römischen Gutshofes, einer sogenannten Villa Rustica, handelt. Das zuständige Landesdenkmalamt in Tübingen führte in den Jahren 1978 -1981 mehrmonatige Ausgrabungen durch, die das Haupt- und das Badegebäude umfassten.

1992 wurden die Ausgrabungen wieder aufgenommen. Darüber gibt der Menüpunkt "Ausgrabungen" ausführliche  Informationen .

 

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Gesamtplan

Die teilweise rekonstruierte Hofmauer umschloss ein längsrechteckiges Areal mit einer Grösse von ca. 4 Hektar. Neueste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Mauer erst gegen Ende der Nutzungszeit der Anlage gebaut wurde. Es wird daher vermutet, dass eine ältere Umfassung existierte und dass die Ausdehnung der Anlage sehr viel größer gewesen sein könnte.

Zentral liegt das Hauptgebäude mit einem Bad (A + B). Weiter südlich ist durch Sondagen ein weiteres Bad bekannt. Nicht nur die zeitliche Nutzung des zweiten Bades ist ungeklärt, sondern auch, wer die Benutzer waren. Randlich (ist das ein Terminus technicus? Sonst: An den Rändern) an der Umfassungsmauer befanden sich Wirtschaftsgebäude. Neben dem Mühlengebäude (C) und dem Speicher (E) sind durch Sondagen weitere Gebäude nachgewiesen.

Gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurde der Tempelbezirk (D) südwestlich außerhalb der Hofmauer gegebaut. Dieser Heilige Bezirk stellt ein Alleinstellungsmerkmal der Anlage dar und wird seit 2017 rekonstruiert.

 

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Detailplan

Die Villa Rustica entstand am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. und wurde im Laufe der nächsten 100 Jahre in mehreren Schritten zu einer aufwändigen Anlage ausgebaut. Als besonderen architektonischen Akzent verband man das Haupthaus mit dem östlich davon gelegenen Bad durch einen Säulengang. Dadurch vergrößerte sich die Hauptansichtsseite um das Doppelte. Sie muss vom Tal aus einen beeindruckenden Anblick geboten haben.

Um die Mitte des dritten Jahrhunderts n. Chr. wurde das Anwesen von seinen Bewohnern im Zuge der zunehmenden alamannischen Übergriffe verlassen und zerfiel.

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Gesamtansicht, Stand 2007

Das Hauptgebäude ist eine sogenannte Portikusvilla mit Eckrisaliten. Kennzeichend sind die beiden aus der Front ragenden Ecktürme, die mit einem offenen Säulengang, der Portikus, verbunden sind. An der rückwärtigen Seite des Hauses schließt sich ein großer Innenhof an, um den sich verschiedene Zimmer gruppieren. Dabei lassen sich anhand ausgegrabener Herdstellen Küchen und mit Unterbodenheizung ausgestattete Räume unterscheiden.

Der bei Gutshöfen selten nachgewiesene Tempelbezirk und die ungewöhnlich reiche Ausstattung des Hauptgebäudes lassen Zweifel an einer rein landwirtschaftlichen Nutzung der Anlage aufkommen, zumal die Bodenqualität in dieser Region nicht sehr gut ist.

 

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Villa Rustica oder Landvilla oder...

Die Funktion der Villa ist ungeklärt. Eine typische Villa Rustica war sie wohl nicht. War die Anlage vielleicht eine Domäne (Verwaltungssitz)? Könnte die Gutsanlage eine Straßenstation oder Herberge gewesen sein? Dafür spräche die im Tal vorbeiführende Römerstraße, die das Kastelldorf von Burladingen mit Rottenburg verbindet . Zur Klärung dieser Fragen sind weitere Ausgrabungen notwendig.